FÜRACKER: 75 JAHRE MARSTALLMUSEUM IM SCHLOSS NYMPHENBURG
„Herzlichen Glückwunsch zum 75-jährigen Jubiläum! Seit über sieben Jahrzehnten ergänzt das Marstallmuseum das vielfältige kulturelle Angebot der Schlossanlage Nymphenburg auf beeindruckende Weise. Es ist ein lebendiges Museum, das seit dem 1. September 1950 einen faszinierenden Einblick in 300 Jahre fürstliche Wagenbaukunst bietet. Über 40 prächtige Kutschen, Schlitten und Reitzubehör aus Wittelsbacher Besitz spiegeln die kunstvolle Handwerkskunst vergangener Zeiten wider. Neben dem Schloss Nymphenburg mit seinen Appartements, der Schönheitengalerie, den drei Parkburgen und der Magdalenenklause bildet das Museum ein echtes Highlight. In den letzten Jahren wurde es sukzessive neugestaltet, um unseren Besucherinnen und Besuchern immer wieder neue Perspektiven zu eröffnen. Das Glanzstück ist dabei der Krönungswagen Kaiser Karls VII., einer der schönsten Staatswagen des französischen Rokokos. Mein herzlicher Dank gilt den Menschen, die einst die Wagen gebaut haben, sowie all jenen, die heute die Sammlung pflegen und lebendig halten – damit diese faszinierende Geschichte auch für kommende Generationen erhalten bleibt“, freut sich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker anlässlich des 75-jährigen Jubiläums am Montag, 1. September.
Das Marstallmuseum im Schloss Nymphenburg beherbergt eine bedeutende Sammlung von Kutschen, Reit- und Fahrzubehör der bayerischen Kurfürsten und Könige. Seit 1950 ist die Sammlung in den ehemaligen Leibpferdstallungen des Schlosses zu besichtigen. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Sammlung in der Hofreitschule am Marstallplatz ausgestellt, die sich im historischen Marstallareal hinter der Münchner Residenz befand. Dieses Areal umfasste seit den 1920er Jahren weitgehend leere Ställe, Wagenremisen und Wohnungen für das Personal des Marstalls. Nach 1933 planten die Nationalsozialisten, die Hofreitschule für ihre Zwecke zu nutzen, um dort nationalsozialistische Reitveranstaltungen abzuhalten. Daher musste das Marstallmuseum 1939 vom Marstallplatz „ausziehen“. Die Sammlung wurde größtenteils nach Schloss Nymphenburg verlegt und in den dortigen, seit der Abschaffung der Monarchie kaum genutzten Stallungen eingelagert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Münchner Residenz und die Marstallgebäude in der Innenstadt fast vollständig zerstört. Während die Residenz wieder aufgebaut wurde, blieb von den Marstallanlagen nur das Äußere der Hofreitschule erhalten, das seit den 1970er Jahren von den Staatstheatern genutzt wird. Der einzige erhaltene historische Stall wurde zwischen 2002 und 2005 in einen Neubau integriert.
Schloss Nymphenburg blieb dagegen im Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt. Deshalb konnte das Marstallmuseum schon am 1. September 1950 in Schloss Nymphenburg wiedereröffnet werden, wo es bis heute viele Besucherinnen und Besucher aus aller Welt empfängt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.schloss-nymphenburg.de.
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